Vernetzungsveranstaltung inclusion@work: So geht Vielfalt für Frauen und Unternehmen

Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich Aus- und Weiterbildung von MitarbeiterInnen und Führungskräften im Bereich der Wirtschaft und Verwaltung, des Gesundheitswesens und NGOs eignete sich das ÖPWZ sehr gut für ein exklusives Vernetzungstreffen. In Kooperation mit dem Forum Personal waren am 15. Jänner UnternehmerInnen, HR-Verantwortliche und Führungskräfte eingeladen, um über die Möglichkeiten, Erfahrungen und Herausforderungen bei der Integration von geflüchteten Frauen in Unternehmen zu diskutieren.

Unterstützung von Frauen und Unternehmen für eine gelingende Zusammenarbeit

Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA, heißt alle Anwesenden auch im Namen des Projektpartners der Caritas Erzdiözese Wien willkommen. In ihrer Begrüßung hebt sie die Innovation des Projekts hervor: Inclusion@work entlastet Unternehmen in Recruting- und Onboardingprozessen und unterstützt gleichzeitig die Frauen bei ihrem Start in einem neuen Unternehmen. Dieser zweifache Fokus soll die Zufriedenheit der Unternehmen als auch ihrer Mitarbeiterinnen sicherstellen. Als Drehscheibe wirkt das Projekt zwischen Unternehmen, Frauen und bereits bestehenden Matching-Projekten. Innerhalb der Projektlaufzeit ist es gelungen weitreichende Kooperationen aufzubauen, um eine effiziente, umfangreiche und nachhaltige Unterstützung gewährleisten zu können.

Qualifizierung von Frauen mit Fluchtgeschichte und Herausfoderungen ihrer Integration

„Innerhalb der Gruppe der geflüchteten Menschen gibt es mehr hochqualifizierte, als auch mehr gering qualifizierte Frauen als Männer“, so Judith Kohlenberger von der Wirtschaftsuniversität Wien. Die Gruppe der geflüchteten Frauen ist sehr heterogen. Die Branchen, in denen sie am häufigsten aktiv waren, sind Gesundheitsberufe, pädagogische Berufe, Handel und Logistik sowie Administration und Marketing. 40% der geflüchteten Frauen fehlt die formelle Erwerbserfahrung, weil sie in ihren Herkunftsländern nicht berufstätig waren. Das Herausfinden von persönlichen Arbeitserfahrungen und informellen Kompetenzen ist daher im Recruitingprozess sehr wichtig. „Der klassische Weg der Bewerbung führt hier nicht weit“, meint Peter Wesely vom Verein Wirtschaft für Integration. „Als Unternehmen muss ich mich in die direkte Auseinandersetzung begeben und schauen, welche Qualifizierungen vorliegen.“

Bei diesen Auseinandersetzungen unterstützt inclusion@work die Unternehmen in Form von Vermittlung und Beratung. Die Erstellung einer Stellenausschreibung sowie die Organisation eines gemeinsamen Recruiting-Tages sind Angebote, um Unternehmen und die Zielgruppe zusammenzubringen. Ein Zusammentreffen führt häufig zu AHA – Erlebnissen auf beiden Seiten, von denen alle profitieren können.

Investieren lohnt sich

Fachkräftemangel, demographischer Wandel und zunehmende Migrationsbewegungen machen das Thema Integration in den Arbeitsmarkt aktueller denn je, wie die Moderatorin Sibylle Hamann zusammenfasst. 40% der geflüchteten Menschen weltweit sind Frauen. Sie weisen eine hohe Berufsorientierung, ein ausgeprägtes Managementtalent und Stressresistenz auf, welches ihr Potenzial für die österreichischen Unternehmen unterstreicht. „Klar braucht es Investitionen von den Unternehmen die Vielfalt lukrativ zu machen“, hält Manuela Vollmann fest, aber es lohnt sich. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Mitarbeiterinnen nach diesem gemeinsamen Onboardingprozess sehr loyal sind und auch wirklich in den Unternehmen bleiben“, erzählt Tamara Dorner, (Teil-)Projektleitung bei inclusion@work. Weniger Fluktuation, größere Stabilität und mehr Vertrauen können aus diesem Prozess für die einzelnen Unternehmen erzielt werden. Veränderungen in Organisationskulturen kommen nicht nur den einzelnen Frauen zu Gute, sondern wirken sich nachweislich auf das gesamte Unternehmen sehr positiv aus.

„Österreich ist ein Exportland und als solches auf Internationalität angewiesen“, ergänzt Peter Wesely die Vorteile einer Investition. Eine erfolgreiche Integration von Frauen mit Fluchtgeschichte kann von Unternehmen gewinnbringend genutzt werden, indem neue Märkte erschlossen und neue KundInnen angesprochen werden.

Angebot an Unternehmen

Generell bietet das Angebot von inclusion@work Unterstützung bei Recruiting, Onboarding und Organisationskultur. Interessiert sich ein Unternehmen dafür, eine Mitarbeiterin mit Fluchtgeschichte in das Team aufzunehmen, setzen die inclusion@work-Beraterinnen gemeinsam mit dem Partnerunternehmen eine Stellenausschreibung auf; diese wird dann im Netzwerk gestreut. inclusion@work fungiert hier als Drehscheibe, NetzwerkpartnerInnen vermitteln dann die Frauen ans Unternehmen und machen das sogenannte Matching – sie klären die Motivation und Eignung der Bewerberinnen ab. Der Bewerbungsprozess selbst wird dann vom motivierten Team von inclusion@work begleitet. Die Unternehmensberatung und ist kostenlos. Bei Fragen zur Rechtslage, zum Aufenthaltstitel und zu Fördermöglichkeiten werden Unternehmen von inclusion@work professionell beraten.

„If you educate a man you educate an individual, if you educate a woman you educate a nation“

Mit diesem afrikanischen Sprichwort betont Judith Kohlenberger die Bedeutung von Frauen als wichtige Multiplikatorinnen auch in den Bereichen Integration und Bildung. In Studien zeigt sich, dass Frauen viel stärker ihre Bildung ihren Kindern weitergeben als Männer. Im Kontext von hoher Bildungsvererbung in Österreich zeigen diese Ergebnisse, dass die

Integration in den Arbeitsmarkt ein gesamtgesellschaftliches Thema ist. „Was passiert, wenn es uns nicht gelingt, diese Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren? Welche Auswirkungen hat das auf ihre Partner, ihre Kinder und auf die österreichische Gesellschaft?“, gibt Peter Wesely zu bedenken.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die tolle graphische Unterstützung bei Karin Hofmann von INKOMMUNIKATION.

Wenn auch Sie die kostenfreien Beratungsangebote nutzen möchten, vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Erstgespräch unter info@inclusionatwork.at.

Mehr Infos zum Projekt und unseren Angeboten finden Sie auf www.inclusionatwork.at und Facebook!

Wir freuen uns auf die (weitere) Zusammenarbeit mit Ihnen!

Herzliche Grüße,

Ihr inclusion@work – Team

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